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Eine Gebrauchsanweisung / Verhaltensregeln

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Informationen für Eltern von Ehrenamtlichen

Verhinderung von Gewalt an Kindern und Jugendlichen / Umsetzung des Schutzauftrages in der kirchlichen Arbeit mit Kinder und Jugendlichen Unsere Arbeit geht vom christlichen Menschenbild aus, das jeden Menschen annimmt und als ein von Gott geliebtes Wesen sieht. Gemeinschaft untereinander und mit Gott, gegenseitiges Vertrauen und Respekt schließen jede Form von physischer oder psychischer Gewalt aus – für uns eine Selbstverständlichkeit, über die wir uns bisher nicht verständigen mussten.

Der Gesetzgeber hat, ergänzend zum Grundrecht der körperlichen und seelischen Unversehrtheit die Paragrafen §§8a, 72a SGB VIII1 zur „Kindeswohlgefährdung“ erlassen. Die Paragrafen regeln für Einrichtungen und Institutionen der öffentlichen Jugendhilfe, wie im Falle von Verdacht auf Vernachlässigung und Gewalt an einem Kind oder Jugendlichen zu handeln ist. Mit der regelmäßigen Vorlage des Erweiterten Führungszeugnisses beim Arbeitgeber wurde gleichzeitig die Prüfung der angestellten Mitarbeitenden verschärft. Die Kirche hat sich als freier Träger diesem Verfahren angeschlossen.

Die Landesjugendkammer der Evangelischen Jugend in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat sich positioniert und einen Flyer erstellt, der zum einen in acht Punkten die Arbeitsweise und das Verhalten in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen definiert und zum anderen eine zu unterschreibende Selbstverpflichtung enthält. Der / die Unterschreibende versichert, dass sie / er keiner Straftat nach §72a SGB VIII anhängig ist, d. h. sie / er ist wegen keiner Gewalttat angezeigt.

Im Folgenden ist der Umgang und der Gebrauch des Flyers beschrieben und es wird der Einsatz eines Elternbriefes empfohlen.

1. Umgang und Gebrauch der Verhaltensregeln zur Verhinderung von Gewalt an Kindern und Jugendlichen und der Teamvertrag

  • Die Verhaltensregeln sind Inhalt jeder Vorbereitung von Maßnahmen der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
  • Alle Jugendgruppenleiter / innen und Teammitglieder haben sich mit dieser Aufgabe und ihrem eigenen Verhalten beschäftigt. Sie kennen die Verhaltensregeln. Sie sind sich bewusst über ihre Position und Rolle, die sie verantwortungsvoll wahrnehmen, ausfüllen und nicht missbrauchen. Verhinderung von Gewalt, Verhaltensregeln, Landesjugendkammer 2009, www.kindeswohl.ejh.de
  • Im Anschluss wird der Teamvertrag ausgefüllt und von allen Teammitgliedern, inklusive der Leitung unterschrieben. Die verantwortliche Leitung erhält das Original, alle Teammitglieder erhalten jeweils eine Kopie für ihre Unterlagen.

2. Gebrauch der Selbstverpflichtung für ehrenamtlich Mitarbeitende in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Die Selbstverpflichtung wird unabhängig von einer einzelnen Maßnahme von jedem / jeder Jugendgruppenleiter / in unterschrieben. Wir empfehlen folgendes Verfahren:

  • Bei JuLeiCa-Beantragung, bzw. Verlängerung wird die Selbstverpflichtung von dem/ der Antragsteller / in unterschrieben.
  • Im KKJD wird der Unterschriftsabschnitt hinterlegt. Der / die Antragstellerin erhält den Flyer mit den Verhaltensregeln und den grundlegenden Gesetzestexten.
  • Voraussetzung für die Unterschrift ist, dass „Verhinderung von Gewalt" an Kindern und Jugendlichen, die Verhaltensregeln und die gesetzlichen Grundlagen Inhalt der JuLeiCa- Schulung waren.

Für Mitarbeitende, die noch nicht an einer JuLeiCa-Ausbildung teilgenommen haben ist folgendes:

  • Der / die Verantwortliche für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vor Ort (Kirchengemeinde, Verband eigener Prägung, Region, Kirchenkreis) lässt die jeweils verantwortliche, ehrenamtliche Gruppenleitung unterschreiben.
  • Beim Verantwortlichen wird der Unterschriftsabschnitt hinterlegt. Der /die Antragsteller/in erhält den Flyer mit den Verhaltensregeln und den grundlegenden Gesetzestexten.
  • Zur Vereinfachung wäre es möglich, dass Neueinsteiger zu Beginn ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit unterschreiben und in einer Übergangsphase bereits aktive Gruppenleitungen einmalig bei der nächsten Maßnahme unterschreiben.

3. Informationsbrief für Eltern von minderjährigen Ehrenamtlichen

In der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind viele minderjährige Jugendliche als Teamer / innen und Jugendgruppenleiter / innen tätig. Wir empfehlen, die Erziehungsberechtigten der Jugendlichen mit einem Brief zu informieren und sie so einzubeziehen.

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Verbesserten Schutz von Jugendlichen

Am 1.10.2005 trat das „Gesetz zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe“ (kurz KICK) in Kraft und reformierte das Sozialgesetzbuch (SGB). U.a. wurden zwei neue Paragrafen eingeführt, die das Ziel haben, den Schutz von Kindern und Jugendlichen bei Gefahren und Risiken zu verbessern und bestehende Hilfeleistungen so zu optimieren, dass Gefahrensituationen früher erkannt und erfasst werden.

Ein effektiver Schutz soll insbesondere durch die Konkretisierung des Schutzauftrages des Jugendamtes und der Träger von Einrichtungen und Diensten (§8a SGB VII) und die verschärfte Prüfung von angestelltem Personal bzgl. bestimmter Vorstrafen (§ 72a SGBVIII) erreicht werden.

Kontakte und Infos

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Pastorin Hella Mahler
Rote Reihe 6
30169 Hannover
Tel.: 0511 1241-650