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Interventionsfahrplan bei Kindeswohlgefährdung

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Zeichen erkennen – Informationen aufnehmen und weitergeben

Nimmt ein/e Gruppenleiter/in auf einer Freizeit oder bei einem Projekt mit Kindern und Jugendlichen gewichtige Anhaltspunkte für einen Fall von Kindeswohlgefährdung wahr (siehe unten), heißt es erst einmal „Ruhe bewahren“ und die zuständige Lagerleitung bzw. den / die zuständigen Hauptamtlichen zu informieren.

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Kollegiale Beratung mit Hauptamtlichen

Im kollegialen Gespräch, auch ggfs. mit anderen GruppenleiterInnen, können Verdachtsmomente und untermauernde Hinweise (Beobachtungen, Aussagen, Bemerkungen von Kindern) erörtert und das weitere Vorgehen gemeinsam abgesprochen werden.

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Beobachtungen notieren

Damit keine möglicherweise wichtigen Informationen verloren gehen und spätere Entscheidungen und Interventionen besser begründet werden können, sollten die Beobachtungen und sich daraus ergebende Handlungsschritte kontinuierlich schriftlich festgehalten werden. Die / der zuständige Hauptamtliche sammelt diese Informationen in einer Art Logbuch, das für Dritte unzugänglich aufzubewahren ist.

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Beratung mit Fachperson

Wenn die Vermutung für ein Gefährdungsrisiko nicht ausgeräumt werden kann, ist eine erfahrene Fachkraft zur Abschätzung gewichtiger Anhaltspunkte für ein Gefährdungsrisiko umgehend einzubeziehen. Gemeinsam sind weitere Schritte zur Abklärung des Verdachts oder zum Schutz der Betroffenen zu überlegen und die Entscheidung zu treffen, wer den weiteren Prozess gestaltet und begleitet.

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Gespräch mit Kind / Jugendlichem

Lässt sich ein Verdacht nicht ausräumen, dann kann ein Gespräch mit dem Kind / dem Jugendlichen gesucht werden, in dem man ihm / ihr seine Besorgnis, Vermutung oder Beobachtungen mitteilt. Eröffnet sich ein Kind, dann sind alle weiteren Schritte mit ihm / ihr abzusprechen, bzw. er / sie darüber zu informieren.

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Gespräch mit Eltern

Werden bei gemeinsamer Abwägung Hilfeleistungen zur Abwendung von Gefährdungsrisiken für erforderlich gehalten, ist den Eltern die Inanspruchnahme solcher Leistungen nahe zu legen.

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Information der/des Vorgesetzten

Zur Unterstützungssuche gehört auch die rechtzeitige Information des/der Superintendenten/in.

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Meldung an das Jugendamt

Der / die Hauptamtliche unterrichtet das zuständige Jugendamt unverzüglich, wenn eine akute Gefahr für das Kind / den Jugendlichen droht, wenn Hilfemaßnahmen nicht ausreichen oder die Eltern nicht in der Lage oder nicht bereit sind, solche in Anspruch zu nehmen. Die Eltern sind hiervon in Kenntnis zu setzen.

Kurz gefasst

  • Informationen sammeln – Wahrnehmungen kontinuierlich dokumentieren

  • Einschätzung zur Kindeswohlgefährdung gemeinsam vornehmen (Ehrenamtliche, Hauptamtliche, Fachkraft)

  • Rückendeckung durch Information der Vorgesetzten

  • Beteiligung der Familie

  • Hinwirken auf Inanspruchnahme von Hilfen

  • Information an das Jugendamt

Quelle: Evangelische Jugend Wesermünde-Süd

Kontakt

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Pastorin Hella Mahler
Rote Reihe 6
30169 Hannover
Tel.: 0511 1241-650