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Jugendhilfe als gemeinsamer Auftrag

Die kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Bestandteil des Gesamtangebots der Jugendhilfe. Eigentlich Aufgabe des Bundes und der Länder, unterliegt sie dem Prinzip der Subsidiarität. Subsidiarität gilt als gesellschaftlicher Gestaltungsgrundsatz und ist vom Bundesverfassungs- gericht mit Urteil vom 18.7.1967 ausdrücklich verankert (vgl. Jugendhilferecht in Bayern, Ord.Nr.91-1)

Wohl der anvertrauten Kinder und Jugendlichen

Mit der Einführung des § 8a im KJHG wurde festgeschrieben, was für eine funktionierende Arbeit mit Kindern und Jugendlichen immer gegolten hat: Handlungsleitend ist das Wohl der anvertrauten Kinder und Jugendlichen – dies gilt nicht nur für die Abläufe und Verhaltensabsprachen, nach denen wir unsere Maßnahmen vorbereiten und durchführen. Es gilt auch für die Beobachtungen und Wahrnehmungen, die wir im Zusammensein mit den Kindern und Jugendlichen machen.

Das Gesetz benennt deutlich die Verantwortung der freien Träger und beschreibt die Wahrung des Kindeswohls als eine Aufgabe von freien und öffentlichen Trägern. Jeder und jede, der und die mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, ist den Vorgaben des Gesetzes verpflichtet. Die Gesamtverantwortung für die Jugendhilfe liegt beim öffentlichen Träger.

Die freien Träger, und ein solcher ist die evangelische Kirche mit ihren Angeboten für Kinder und Jugendliche, hat jedoch eine Mitwirkungsverpflichtung, die in § 8a SGB VIII beschrieben ist.

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SGB VIII §8a Abs. 1, Abs. 2 Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

  • (1) Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte abzuschätzen.

Dabei sind die Personensorgeberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche einzubeziehen, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder des Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird. Hält das Jugendamt zur Abwendung der Gefährdung die Gewährung von Hilfen für geeignet und notwendig, so hat es diese den Personensorgeberechtigten oder den Erziehungsberechtigten anzubieten.

  • (2) In Vereinbarungen mit den Trägern von Einrichtungen und Diensten, die Leistungen nach dem KJHG erbringen, ist sicherzustellen, dass deren Fachkräfte den Schutzauftrag nach Absatz 1 in entsprechender Weise wahrnehmen und bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos eine insofern erfahrene Fachkraft hinzuziehen.

Aus dem Kinder- und Jugendhilfegesetz
(§4 SGB VIII)

(1) Die öffentliche Jugendhilfe soll mit der freien Jugendhilfe zum Wohl junger Menschen und ihrer Familien partnerschaftlich zusammenarbeiten. Sie hat dabei die Selbstständigkeit der freien Jugendhilfe in Zielsetzung und Durchführung ihrer Aufgaben sowie in der Gestaltung ihrer Organisationsstruktur zu achten.

(2) Soweit geeignete Einrichtungen, Dienste und Veranstaltungen von anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe betrieben werden oder rechtzeitig geschaffen werden können, soll die öffentliche Jugendhilfe von eigenen Maßnahmen absehen.

(3) Die öffentliche Jugendhilfe soll die freie Jugendhilfe nach Maßgabe dieses Buches fördern und dabei die verschiedenen Formen der Selbsthilfe stärken.

Kontakte

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Pastorin Hella Mahler
Rote Reihe 6
30169 Hannover
Tel.: 0511 1241-650