Aufarbeitung in der Landeskirche

Fälle von sexualisierter Gewalt in der Kirchengemeinde Oesede: Aufarbeitungskommission nimmt Arbeit auf

In der Kirchengemeinde Oesede hat es in den Jahren 1972-74 Fälle sexualisierter Gewalt gegeben, die im Oktober 2021 öffentlich gemacht wurden.

Das Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers beauftragt zum 01.09.2022 eine unabhängige Aufarbeitungskommission für eine individuelle und institutionelle Aufarbeitung der Ereignisse, der Aufarbeitungsbericht wird im September 2023 ohne vorherige Kenntnisnahme der Landeskirche Hannovers veröffentlicht.

Gegenstand der Aufarbeitung sind:

  • Fälle sexualisierter Gewalt in der Kirchengemeinde Oesede in den Jahren 1972-74 und weitere Taten des Diakon in Ausbildung
  • die Frage nach der Verantwortungsübernahme und Angemessenheit des Umgangs von Verantwortungsträger*innen der beteiligten kirchlichen Stellen mit den Tatvorwürfen zu verschiedenen Zeitpunkten, an denen diese bekannt wurden,
  • die Frage nach dem Umgang mit den betroffenen Personen, soweit sie bekannt sind, sowie nach Umständen, Strukturen und anderen Faktoren, durch die die Fälle sexualisierter Gewalt ermöglicht oder erleichtert wurden,
  • Feststellung der insoweit bestehenden rechtlichen Regelungen innerhalb der Landeskirche zu den vorgenannten Zeitpunkten,
  • Prüfung der erfolgten Reaktionen der jeweiligen Entscheidungsträger, ob Folgetaten durch abweichendes rechtliches und/oder tatsächlich zulässiges Verhalten vermeidbar und/oder erschwert gewesen wären,
  • Rückschlüsse und Empfehlungen, z.B. für Maßnahmen zur Prävention.

Mitglieder der Kommission

  • Prof. Dr. Christa Paul, Hamburg; Professorin für Praxis der Sozialen Arbeit, Northern Business School Hamburg, Studiengang Soziale Arbeit; als Dipl. Sozialpädagogin war sie von 1996 bis 2018 Mitarbeiterin der Beratungsstelle Allerleirauh, Hamburg, Beratung – Prävention – Fortbildung bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend. Sie war Mitglied der Expertengruppe im Projekt »Wissen Teilen« im Bistum Hildesheim und hat an der Aufarbeitung der Evangelische Geschwisterschaft e.V. mitgewirkt.
  • Wolfgang Rosenbusch, Hannover; Vorsitzender Richter am Landgericht Hannover a.D.; 2021 untersuchte er im Auftrag des Bistums Hildesheim Fälle von sexualisierter Gewalt durch einen verstorbenen Geistlichen.
  • Heinz-Wilhelm Brockmann, Osnabrück (beratend), Staatsekretär a.D.; er war Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und gehört zu den Begründern der Zeitschrift Publik Forum. Heute ist er Mitglied in der Steuerungsgruppe für das Schutzkonzept im Bistum Osnabrück.

Kontaktmöglichkeiten für alle, die einen Beitrag zur Aufarbeitung im Fall Oesede leisten möchten:

E-Mail: christa.paul-aufarbeitungskommission@posteo.de                       

Telefon: 0152-09705072

E-Mail: wolfgang.rosenbusch-aufarbeitungskommission@posteo.de       

Telefon: 0157-31264334

Pressekontakt zur Aufarbeitungskommission (bitte per E-Mail)

Presseanfragen zur Arbeit der Aufarbeitungskommission beantworten die Mitglieder der Kommission.
Bitte nehmen Sie Kontakt über die E-Mail-Adressen der Kommissionmitglieder auf:
Prof. Dr. Christa Paul: christa.paul-aufarbeitungskommission@posteo.de
Wolfgang Rosenbusch: wolfgang.rosenbusch-aufarbeitungskommission@posteo.de

Hinweise zur Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt

Die Landeskirchen Hannovers befindet sich im Bereich der Aufarbeitung in einem Lernprozess. Jede Aufarbeitung ist - wie auch jede betroffene Person und jeder Fall - anders. So muss jeder Aufarbeitungsprozess wieder neu betrachtet werden. Einige Dinge sind jedoch immer gleich: Berücksichtung der Bedürfnisse Betroffener, null Toleranz gegenüber den Taten und Transparenz in der Aufarbeitung.

Einige Hinweise sind in dem nebenstehenden Papier zusammengestellt.

Julia Nortrup